War letzte Woche kurz in Tokyo bei SAP und habe mir bei der Gelegenheit gleich gegen#xFCber das "Telecommunications Museum" angeschaut. #xDIMG_0834.jpg#xD
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Es wurde von NTT und NHK eingerichtet und kostet dank Subventionierung nur 110 yen (weniger als ein Euro) Eintritt. Eine sehr gute Investition. Das Museum, das von aussen dem Mathe-Bau der LMU und von innen dem Deutschen Museum #xE4hnelt, ist eine Fundgrube an faszinierenden Ausstellungsst#xFCcken.#xD
Man kann die ganze Geschichte der Kommunikation vom Brief, #xFCber Telefon und Rundfunk zum Internetzeitalter Revue passieren lassen. Es gibt aus jeder Epoche zahlreiche Exponate, z.T. sehr seltene St#xFCcke, wie den#xD
original Telegraphen, den Perry mit seinem "zweiten schwarzen Schiff" nach Japan mitgebracht hat.#xD
Beeindruckend auch die Sammlung von Briefmarken aus aller Welt, die ca. 320.000 St#xFCck umfasst. #xD
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Ich war vormittags dort, noch bevor ein Ansturm von Schulklassen kam und hatte das gro#xDFe Gl#xFCck, von einem Museumsangestellten eine 30-min#xFCtige VIP-F#xFChrung zu bekommen! Er hat mir die interessantesten Dinge im Ruhe erkl#xE4rt und sogar ein paar besondere Exponate extra aus der Vitrine geholt!!#xD
Ein besonderes Aha-Erlebnis waren seine Ausf#xFChrungen zum Thema japanische Briefk#xE4sten.#xD
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a) Die ersten Briefk#xE4sten waren einfache Holzk#xE4sten die ein bisschen den Spendenboxen gleichen, wie sie vor Schreiben zu finden sind. Das erste vereinheitlichte Briefkasten-Design war ein kompletter Fehlschlag: #xD
Ca. 1,2 m hohe pfostenartige Holzk#xE4sten auf denen #x90F5#x4FBF#x3000(yubin) also Post stand.#xD
Die Landbev#xF6lkerung konnte offenbar dieses neue Wort nicht immer lesen sondern dachte, dass das Zeichen#xD
#x4FBF#x3000"bin" bzw. "ben"#x3000das auch im Wort #x4FBF#x6240 (benjyo = Toilette) steckt etwas mit der Verrichtung der Notdurft zu tun haben k#xF6nnte. Nach dem aber der Einwurfspalt etwas zu hoch war f#xFCr den durchschnittlichen Japaner, kamen wohl einige Leuten zum Schluss, dass es sich um ein Pissoir f#xFCr Ausl#xE4nder handeln m#xFCsse.#xD
Angeblich soll dieses Missverst#xE4ndnis auch dazu gef#xFChrt haben, dass Briefe durch Fehlbenutzung des Briefkastens unleserlich wurden.#xD
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b) Runde Briefk#xE4sten: Aufgrund der obigen Problematik wurde daher bald eine neue Generation von Briefk#xE4sten eingef#xFChrt: Die klassischen roten Briefk#xE4sten aus Eisen, die ein bisschen einem Ofen gleichen.#xD
Auff#xE4lliges Merkmal ist das "Bullauge", eine Drehscheibe, die mit einem Kurbelgriff versehen ist. Rotiert man diese Scheibe um 180Grad wird der dahinterliegende Einwurfschlitz freigelegt. Problem war, dass im Winter die Drehscheiben regelm#xE4ssig einfroren und man keine Briefe mehr einwerfen konnten. Daher wurden sie bald durch andere Modelle ersetzt, die keine Drehscheibe, sondern nur eine Klappe hatten. Das runde Design blieb aber weiterhin bestehen, obwohl es eigentlich keinen Grund mehr f#xFCr die Form gab. Heute sind immer noch ca. 5000 von diesen Briefk#xE4sten im ganzen Land verteilt.#xD
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c) Witzig waren auch die ersten Briefmarkenautomaten, etwa um 1900.#xD
Der Mechanismus war recht einfach, aber die Bef#xFCllung recht umst#xE4ndlich, weil jede Briefmarke einzeln#xD
zwischen zwei Metallpl#xE4tzchen eingeklemmt werden musste. Nachdem die Eisenbahn damals das Haupttransportmittel war gab es Post-Waggons, in denen Briefe sortiert und auch die Briefmarkenmagazine f#xFCr die Automaten bef#xFCllt werden mussten. #xD
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Die Entwicklung des japanischen Telefonsystems ist auch sehr interessant und wird im Museum mit allen m#xF6glichen Telefonapparaten - aus aller Welt - illustriert. Besonders abenteuerliche Verkabelungen zwischen B#xE4umen, die als Telefonmasten dienen mussten, auch auf historischen Tuschezeichnungen zu bestaunen sind.