Neues aus...
Heute habe ich mir Avatar 3D angesehen. Wieder einmal muß ich nach einem Kinobesuch sagen, daß die Effekte des Films vom Feinsten sind. Die 3D Technologie läßt es noch überzeugender aussehen.
Von der Storyline ist es wohl eine Mischung aus Dune (also der Teil bei dem eine superwertvolle Substanz nur auf einem Planeten vorkommt, und sich die Einwohner dieses Planeten gegen die Ausbeuter wehren) und Pocahontas (der Teil in der einer der Ausbeuter sich in eine Ureinwohnerin verliebt und sich dann auch für deren Sache einsetzt). Diese einfach gestrickte Storyline muß den Machern aber bewußt gewesen sein, sonst hätten sie wohl nicht den Begriff Unobtainium verwendet.
Von den Charakteren her bedient man sich auch aus der Stereotypen Kiste. Harter Militärbursche, Wissenschaftlerin (rauchend, damit sie abgebrühter rüberkommt), Geek-Helfer1, aber auch Stammeshäuptling, Schamanin, (eifersüchtiger) Stammeskrieger und Häuptlingstochter. Einzig und allein die Hauptfigur war ein kleiner Lichtblick, da sie ja einen Sinneswandel durchmachen mußte. Welcher leider nicht gut genug ausgearbeitet war.
Ok, also daß bei den heutigen Effektorgien die Story zu leiden hat kennen wir ja schon.2 Ist ja auch nicht so, daß für einen guten Film wirklich extrem viel Story notwendig ist.3 Hier gibt es bei Avatar allerdings einen kleinen Lichtschimmer. (Der natürlich auf der Leinwand mit all den Effekten bombastisch aussieht)
Ich rede hier vom Design der Welt Avatars: Der Mond Pandora. Diese Welt ist nämlich nicht nur atemberaubend gut gemacht, sondern auch atemberaubend umfangreich und schön. Insbesondere die Pflanzenwelt. (Auf den zweiten Blick gibts nicht so viele verschiedene Tierarten, aber die könnten sich ja alle hinter den vielen Blättern und Baumstämmen und der sonstigen Flora versteckt haben.) Und es wird auch immer wieder erwähnt, daß die Natur auf dem Mond selbst noch ein Geheimnis birgt, gewissermassen ein Bewußtsein, eine Gaia hat. Was die Ureinwohner Na'vi angeht: Blau, schlank, große gelbe Augen, Schwanz, Zopf... was will man mehr? Sie haben auf jeden Fall das Zeug, sie sympathisch zu finden. Ähnlich wie es dem Hauptdarsteller im Film ergeht, ist es leicht, in ihren Bann gezogen zu werden. Das gut ausgearbeitete Universum des Mondes Pandora tut das Übrige.
Nachdem der Film vorüber ist, sehnt man sich man sich geradezu mehr über die Na'vi zu erfahren. Man möchte den eigentlichen Film sehen, zu dem Avatar der Vorfilm ist. Der Film hat lange Zeit darin investiert4, uns die visuelle Welt Pandoras nahezubringen. Ich würde ich mir wünschen, die spirituelle Welt dort kennenzulernen. Es wurde ja auch immer wieder auf die allgegenwärtigen Verbindungen in der Natur hingewiesen.5
Bei einer Fortsetzung ergibt sich aber wohl auch das größte Problem. Wenn man sich so die Menschen anschaut, wie sie in der Realität sind, und wie sie im Film (noch schlimmer) dargestellt werden, so dürfte die Zukunft von Pandora besiegelt sein.6 Denn wozu sich noch auf die Oberfläche niederlassen, wenn wir jetzt schon Waffen aus dem Orbit abschießen können. Genauso sollte es den Menschen im Jahre 2154 wohl möglich sein, Rohstoffe zu gewinnen, indem man den Himmelskörper einfach in kleine Stückchen sprengt.
Aber nach derselben Logik wäre Das Leben auf einem Mond wohl gar nicht möglich, da sich insbesondere bei solch einem größenunterschied zwischen Mond und seinem Planet sehr 'schnell' eine gebundene Rotation einstellt, wie sie in unserem Sonnensystem bei nahezu allen Monden vorkommt. Das führt dann dazu, daß der Mondtag recht lange wird, was aufgrund der Temperaturunterschiede nicht gerade vorteilhaft für das Leben wäre.
Aber zum Glück gibt's ja noch das Dramaturgieplugin, das das alles zurechtbiegt. Und ich kann auch wohl darauf meine Hoffnung setzen, daß dieses dann z.B. den Menschen eine andere einfachere Unobtainiumquelle vorsetzt. (allerdings ist die wohl auch endlich, und die Gier... naja, lassen wir das.)
Alles in allem war es kein Fehler diesen Film anzusehen. Er hat mich trotz der etwas spärlichen Handlung ganz gut zum denken angeregt.
Mal sehen wie die Fortsetzungen werden.
Neues und altes aus der Welt der Technik, Erlebnisse und Abenteuer in Japan und Deutschland.
Beobachtungen zu Land und Leute, Technisches und vielleicht auch mal ein Schneckencomic.
Galileo
January 6th, 2010 at 1818:JanJan
Bei dieser Art von Film finde ich es schwierig von "Effekten" zu sprechen, weil das sind heutzutage ja normalerweise am Computer erstellte optische "Erweiterungen" des vorher erstellten Filmmaterials.
Hier sind die "Effekte" aber ja der eigentliche Film, und die Realfilm-Aufnahmen wurden nachher eingebaut.
Sehr nett fände ich als Fortsetzung/Spinoff einen Heinz Sielmann oder Steve Irwin-artigen Naturfilm :)
Was die Na'Vi weiter so treiben, interessiert mich dagegen nicht so sehr, das würde wohl leider sehr schnell in eine Indianer-Seifenoper ausarten...
Und noch eine Na'vi-gegen-Menschen-Folge scheitert eben an dem von dir beschriebenen Problem, dass eine Seite eben doch zu deutlich am längeren Hebel sitzt. Hier haben die Rebellen halt bei aller Schlauheit keine Buchstaben-Fighter...
m
January 6th, 2010 at 2020:JanJan
Also Steve Irwin-artig wär was. (-:
Aber du schreibst wahre Worte.
Was eine Fortsetzung angeht:
Ich befürchte ja, daß Menschen und die Avatar Technologie wieder vorkommen. Klassisch wäre jetzt der umgekehrte Ansatz, daß die Menschen Hilfe von den Na'vi brauchen. Dazu bauen Sie dann via des Avatar Systems Kontakt auf.
Wahrscheinlich gibts noch eine zweite Fraktion von Menschen, die sinisterere Pläne haben. Das kann dann mit dem Unobtainium zusammenhaengen. Vielleicht kann man ja Gaia zum Abbau verwenden. Oder es gibt 'evil' Na'vi, mit denen man zusammenarbeiten kann.
Galileo
January 7th, 2010 at 1111:JanJan
Die Displays schon schon in Arbeit ^^ Samsung goes Future: Erstes Laptop mit durchsichtigem OLED-Display [CES]
m
January 7th, 2010 at 2323:JanJan
Whoa, das wird zu den Minimalanforderungen des MovieOS (ca. 5.0) gehören.
Was mir noch einfällt: Mir sind die Na'vi ja recht ans Herz gewachsen. Aber kein Wunder, sie erfüllen ja auch das Kindchenschema. So kann ich dessen Wirkung grad hands-on erfahren.